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Unser Gesundheitsblog

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Das Who is Who

der Kinderkrankheiten

Teil 2

Gesundheitsblog Januar 2020

Das Who is Who der Kinderkrankheiten – Teil 2

Eigentlich sollte man meinen, dass sich irgendwann eine Routine einstellt: Die triefende Nase, der bellende Husten, die heiße Stirn. Ganz zu schweigen von den schlaflosen Nächten. Denn kaum ist die eine Kinderkrankheit überstanden, steht auch schon die nächste vor der Tür: Bis zu zehn Mal wird ein Kind im Schnitt krank – und das pro Jahr! Und dennoch ist es jedes Mal aufs Neue wieder eine besondere Herausforderung, ein krankes Kind zu Hause zu haben. In unserem Blogbeitrag im Juli 2019 haben wir Sie über einige der häufigsten Kinderkrankheiten informiert. Heute möchten wir dort anknüpfen und Ihnen weitere typische Erkrankungen vorstellen, die zumeist im Säuglings- und Kindesalter vorkommen:  

Neugeborenengelbsucht

 

Mehr als die Hälfte aller gesunden Neugeborenen hat am zweiten oder dritten Lebenstag eine gelblich verfärbte Haut. Ursache ist die sogenannte Neugeborenengelbsucht, in der medizinischen Fachsprache auch Ikterus genannt, die in den meisten Fällen völlig harmlos ist. Es handelt sich dabei nicht etwa um die Folgen einer Hepatitis, wie man aufgrund der Hautverfärbung annehmen könnte, sondern um eine Anpassungsstörung der kindlichen Leber: Direkt nach der Geburt hat der Säugling eine Überzahl an roten Blutkörperchen, die nicht mehr benötigt werden und zerfallen. Bei diesem Prozess wird der rote Blutfarbstoff, das Hämoglobin, in den Farbstoff Bilirubin umgewandelt, der normalerweise in der Leber abgebaut wird. Die Leber eines Neugeborenen ist jedoch nicht immer in der Lage, große Mengen an Bilirubin sofort zu verarbeiten, weshalb sich der Farbstoff in diesem Fall vorübergehend in der Haut und auch in den Augäpfeln ablagert. Auch bräunlicher Urin sowie heller Stuhl sind typische Begleitsymptome bei einer Neugeborenengelbsucht. Normalerweise ist die Leber nach ungefähr zwei Wochen in der Lage, alle Funktionen vollständig zu übernehmen, so dass das Bilirubin nach und nach abgebaut wird und die Verfärbungen allmählich verschwinden. Unterstützend kann eine Lichttherapie helfen, das Bilirubin in eine wasserlösliche Substanz zu verwandeln, die anschließend mit dem Urin ausgeschieden wird. Besonders blaues Licht hat sich dabei bewährt. Allerdings muss die Konzentration des Bilirubins im Blut genauestens kontrolliert werden. Denn wenn die Werte ohne Therapie zu lange auf hohem Niveau bleiben, kann eine sogenannte Bilirubin-Enzephalopathie entstehen, die schwere Hirnschäden zur Folge hat und schlimmstenfalls zum Tode führen kann.

Hand-Mund-Fuß-Krankheit

Die Hand-Mund-Fuß-Krankheit ist eine hoch ansteckende Viruserkrankung durch sogenannte Enteroviren, die gehäuft im Spätsommer und Herbst auftritt. Die Ansteckung erfolgt durch eine Schmier- und Tröpfcheninfektion, weshalb es gerade in Kitas und Schulen immer wieder zu kleineren und größeren Epidemien kommen kann. Denn die Ansteckung erfolgt in diesem Fall durch die Luft: wann immer ein Erkrankter hustet, niest oder einfach nur spricht, gelangen die Erreger in die Luft und erreichen so die Atemwege ungeschützter Personen, die sich in der Nähe aufhalten. Hat sich ein Kind angesteckt, entwickelt es nach drei bis zehn Tagen zumeist Fieber und leidet unter Halsschmerzen und Appetitlosigkeit.  Ein bis zwei Tage später bilden sich typischerweise Bläschen an den Handinnenflächen und den Fußsohlen. Der Ausschlag kann aber auch an Armen und Beinen sowie am Gesäß auftreten. Der Mund ist sowohl außen als auch innen betroffen, und gerade die Bläschen auf der Schleimhaut von Gaumen, Zunge und Wangen können, vor allem beim Kauen und schlucken, sehr schmerzhaft sein. Daher werden gekühlte Speisen und Getränke oft als angenehm empfunden. Darüber hinaus kann eine schmerzlindernde Tinktur aus der Apotheke helfen, die wunden Stellen lokal zu betäuben. Eine spezielle Therapie der Hand-Mund-Fuß-Krankheit gibt es nicht. Man kann lediglich die Symptome lindern.

Die größte Ansteckungsgefahr besteht in der Zeit, in der der Ausschlag sichtbar ist, da die Flüssigkeit in den Bläschen virushaltig ist. Im Normalfall verläuft die Krankheit recht harmlos und heilt nach ungefähr acht bis zehn Tagen folgenlos aus. In äußerst seltenen Fällen kann es zu Komplikationen wie einer Gehirnhautentzündung oder einer Infektion der inneren Organe kommen.

Pseudokrupp

Bei Pseudokrupp handelt es sich um eine Virusinfektion der oberen Atemwege, insbesondere des Kehlkopfes und der Luftröhre. Ursache sind in den meisten Fällen Erkältungsviren wie Parainfluenza-, Adeno- oder Rhino-Viren und nur äußerst selten Bakterien. Die Krankheit wird durch Tröpfchen- und Schmierinfektion übertragen und tritt zumeist bei Kindern auf, die jünger als sechs Jahre alt sind.

Nach der Ansteckung befallen die Keime die oberen Atemwege, was die Schleimhäute in Nase, Rachen und Hals erheblich anschwellen lässt. Hinzu kommen Muskelkrämpfe im oberen Luftröhrenbereich und im unteren Kehlkopfausgang. Dies führt zum Hauptsymptom des Pseudokrupps, dem anfallsartig auftretenden, bellenden, trockenen Husten. Oftmals wird er von Fieber, Heiserkeit, Schnupfen und Atemnot begleitet.

Bei einem Anfall sollte man zunächst Ruhe bewahren und versuchen, das Kind zu beruhigen. Frische Luft und gekühlte Getränke helfen meist bei leichteren Anfällen, darüber hinaus können bei Bedarf fiebersenkende Mittel und Kortison-Zäpfchen Linderung verschaffen. Bei akuter Atemnot sollte aber umgehend ein Notarzt verständigt werden, der die Behandlung gegebenenfalls im Krankenhaus fortsetzt. Pseudokrupp heilt meist innerhalb weniger Tage von selbst aus. Nur sehr selten treten Komplikationen wie eine Mittelohr- oder Lungenentzündung auf.

Fieberkrampf

Bei kleinen Kindern im Alter zwischen sechs Monaten und fünf Jahren kann es bei sehr hohem oder schnell ansteigenden Fieber zu so genannten Fieberkrämpfen kommen. In den meisten Fällen dauert er jedoch nur wenige Sekunden bis hin zu einigen Minuten an. Warum manche Kinder zu Fieberkrämpfen neigen, ist nicht genau bekannt. Man vermutet aber, dass eine von den Eltern geerbte Anfälligkeit eine Rolle spielt.

Die Symptome können zum Teil bedrohlich wirken: Das Kind verliert das Bewusstsein oder wirkt abwesend, die Muskeln verkrampfen sich. Arme und Beine zucken oder der Körper wird unnatürlich steif und erschlafft danach wieder. Die Hautfarbe ist blass und der Bereich um die Lippen kann sich blau verfärben. Viele Kinder haben zudem erweiterte Pupillen oder verdrehen die Augen.

Unterschieden wird dabei zwischen einfachen Fieberkrämpfen, die nicht länger als 15 Minuten dauern sowie komplizierten Fieberkrämpfen, die deutlich über eine Viertelstunde anhalten und zumeist auf eine Körperseite begrenzt sind. Allerdings ist ein Fieberkrampf kein Hinweis auf eine Epilepsie und auch ernsthafte Erkrankungen wie eine Gehirnhautentzündung sind nur sehr selten Ursache eines Fieberkrampfes.

Bei einem akuten Krampfanfall sollte man versuchen, selbst Ruhe zu bewahren und den kleinen Patienten zu beruhigen. Darüber hinaus sollte man das Kind mit Kissen und Decken schützen, damit es sich nicht selbst verletzt, es aber weder festhalten oder gar schütteln. Nachdem der Anfall vorbei ist, sollte das Kind seitlich gelagert werden, damit Speichel und gegebenenfalls Erbrochenes aus dem Mund fließen kann und nicht in die Atemwege gelangt. Glücklicherweise bleibt ein Fieberkrampf oftmals ein einmaliges Ereignis. Trotzdem sollte ein Fieberkrampf immer ärztlich abgeklärt werden.

ADHS: Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung

Das sogenannte Zappelphilipp-Syndrom, medizinisch als Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung, kurz ADHS, bezeichnet, ist eine ernstzunehmende folgenschwere Erkrankung und keinesfalls eine „Modekrankheit“. Man vermutet, dass die Hauptursachen für ADHS in Veränderungen der Funktionsweise des Gehirns zu finden sind. Wichtige Informationen beziehungsweise Signale werden deshalb fehlerhaft übermittelt. Dies führt dazu, dass kleine ADHS-Patienten verhaltensmäßig aus dem Rahmen fallen: Sie können oft nicht lange stillsitzen, reden dazwischen und scheinen nicht zuzuhören.

Meist fügen sie sich in kein Spiel ein, wollen bestimmen und gehen mit anderen Kindern recht grob um. Bei den Betroffenen sind die Störungen der Aufmerksamkeit, der Wahrnehmung, der Aktivität und der Impulskontrolle oft so ausgeprägt, dass dies zu ernsthaften Schwierigkeiten in vielen Lebensbereichen führen kann. ADHS ist eine der häufigsten psychischen Störungen im Kindes- und Jugendalter, von der Jungen deutlich häufiger betroffen sind als Mädchen. Eine frühe Diagnose, eine verständnisvolle Umgebung und individuelle Therapiemaßnahmen – sowohl medikamentös als auch psychologisch - sind elementar bei einem Leben mit ADHS. Denn eine Heilung ist leider nicht möglich.

Zu guter Letzt:

Der Alltag mit einem kranken Kind und die Frage nach der geeigneten Therapie stellt Eltern immer wieder vor große Herausforderungen. Ganz egal, ob es sich dabei um einen „harmlosen“ Infekt oder eine chronische Krankheit handelt. Vergessen Sie jedoch nie: Die beste Medizin für Ihr Kind sind Sie!  Und die passenden, unterstützenden Medikamente erhalten Sie bei uns, in Ihrer Apotheke!