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Die Bandscheibe –

der menschliche

Stoßdämpfer

Gesundheitsblog Februar 2019

Die Bandscheibe – der menschliche Stoßdämpfer

Bei Rückenschmerzen geraten schnell die Bandscheiben unter Verdacht. Die gute Nachricht ist jedoch: Nicht jeder Rückenschmerz muss gleich mit der Bandscheibe zu tun haben, und nicht jeder Bandscheibenvorfall muss operiert werden. In den meisten Fällen werden Rückenschmerzen durch Muskelverspannungen ausgelöst und nur drei bis fünf von 100 Schmerzgeplagten leiden tatsächlich unter einem Vorfall.

Die Gründe für Rückenschmerzen können höchst unterschiedlich sein. Zum Beispiel fehlende oder falsche Bewegung, Stress, Überlastung, Anspannung oder Depressionen. Wer unter chronischer Dauerbelastung steht, zieht instinktiv die Schultern hoch. Eine unbewusste Abwehrhaltung, die aufs Kreuz gehen kann. Und egal, wie stark Sie Ihren Rücken im Laufe des Lebens belasten, auch Erbfaktoren spielen eine Rolle. Umso wichtiger ist es, sich selbst den Rücken zu stärken!

Was macht die Bandscheiben so besonders?

Die Bandscheiben bestehen aus einem faserhaltigen, festen aber elastischen Ring aus Knorpel, der einen weichen Kern aus gallertartiger Masse umschließt. Sie lassen sich mit einem Stoßdämpfer beim Auto vergleichen: Als Federung oder Puffer liegen sie zwischen den einzelnen Wirbeln und sorgen dafür, dass Erschütterungen und Druckbelastungen gedämpft und gleichmäßig verteilt werden. Darüber hinaus ermöglichen sie wie ein Kugellager, dass das Rückgrat sich drehen und in alle Richtungen biegen lässt. Dabei sind die Bandscheiben wahre Kraftpakete und extrem belastbar. Bei jungen Menschen halten sie 800 Kilo Druck aus, bei älteren immer noch mehr als die Hälfte.

Die Versorgung der Bandscheiben mit wichtigen Nährstoffen erfolgt nicht über die Blutgefäße, sondern über Belastung und Entlastung: Bei Belastung wird verbrauchte Flüssigkeit wie bei einem vollgesogenen Schwamm abgegeben, bei Entlastung saugen die Bandscheiben Wasser mit wertvollen Nährstoffen aus dem umliegenden Gewebe auf. Dies erklärt auch, warum wir morgens größer sind als abends. Im Laufe des Tages schrumpft jede Bandscheibe durch ständige Belastung und den damit verbundenen Flüssigkeitsverlust. Im Liegen in der Nacht regenerieren die Bandscheiben und saugen sich wieder voll, wodurch auch der Größenverlust ausgeglichen wird.

Wenn eine Bandscheibe durch Bewegungsmangel nicht genügend mit Nährstoffen und Wasser versorgt wird oder dauerhaft unter starker Belastung steht, kann der äußere Faserring ermüden. Denn ähnlich wie Stoßdämpfer sind auch Bandscheiben dem Verschleiß ausgesetzt. Dies wird auch durch Übergewicht und den natürlichen Alterungsprozess beeinflusst: Mit fortschreitendem Alter sinkt der Flüssigkeitsgehalt des Körpergewebes, was die Bandscheiben schwächt.

Sie werden spröde, verlieren an Elastizität und werden so anfälliger für Verletzungen. Von einem Bandscheibenvorfall spricht man dann, wenn der äußere Faserring so stark beschädigt ist, dass der Gallertkern nicht mehr vollständig geschützt ist und herausquillt. Drückt die heraustretende Masse auf umliegende Nerven, kann dies erhebliche Schmerzen verursachen. Am häufigsten treten Bandscheibenvorfälle im unteren Rücken im Bereich der Lendenwirbelsäule auf, da sie in der Regel größerer Belastung ausgesetzt ist, als die Hals- und Brustwirbelsäule.

Was ist ein typisches Anzeichen für einen Bandscheibenvorfall?

Typische Symptome des Bandscheibenvorfalls sind starke Rückenschmerzen, die einseitig oder beidseitig in Arme oder Beine ausstrahlen können. Oft gehen diese mit Empfindungsstörungen, zum Beispiel einem Kribbeln oder einem Taubheitsgefühl im Versorgungsgebiet der eingeklemmten Nervenwurzel einher. Dramatisch wird es, wenn auch noch Lähmungserscheinungen dazukommen. Es gibt jedoch auch Bandscheibenvorfälle, die jahrelang unentdeckt bleiben, weil sie keine Schmerzen verursachen.

Gegen das Kreuz mit dem Kreuz: Bewegen, bewegen und noch mal bewegen!

Rückenprobleme sind oft muskulären Ursprungs, resultieren beispielsweise aus einer falschen Körperhaltung oder einseitiger Belastung wie zu langem Sitzen vor dem Computer. Zudem sitzen wir meistens mit rundem Rücken da und ändern viel zu selten die Sitzposition. Was viele nicht wissen: Im Sitzen ist der Druck auf die Bandscheiben deutlich höher als im Stehen! Umso wichtiger ist es, bei sitzenden Tätigkeiten auf die Ergonomie und bestmögliche Entlastung der Wirbelsäule zu achten.

Wer seinem Rücken und seinen Bandscheiben etwas Gutes tun möchte, der hält sie mit ausreichender Bewegung, beispielsweise täglichen Spaziergängen, fit und in Form und sorgt durch gezielte Übungen für eine Stärkung der Rückenmuskulatur – denn diese stützt und entlastet die Wirbelsäule. Regelmäßige Bewegung ist das A&O, sie ist der Motor für den Stoffwechsel unserer Bandscheiben. Nur so können sie ausreichend Flüssigkeit aufnehmen und verbrauchte Nährstoffe durch frische ersetzen. Stehen Sie deshalb häufiger mal auf, wenn Sie im Sitzen arbeiten, und vertreten Sie sich die Beine. Entscheiden Sie sich außerdem nach Möglichkeit für die Treppe statt für den Fahrstuhl und für das Fahrrad statt für das Auto. Aktiv sein ist die beste Vorbeugung für Rückenprobleme!

Auch unser Essverhalten sollten wir neben dem Thema Bewegung unbedingt unter die Lupe nehmen. Hier gibt es zwei Gesichtspunkte: erstens das Körpergewicht. Die größere Körperlast drückt auf die Bandscheiben und vor allem den unteren Rücken, den Übergang zwischen Wirbelsäule und Becken. Die Belastung dort ist erheblich. Zweitens: Ein Zuviel an Zucker und Weißmehl führt zur Übersäuerung des Körpers. Das hat zur Folge, dass Knorpelgewebe, die Bandscheiben und die Flächen der Gelenke brüchig werden und schneller verschleißen können. Um das zu vermeiden, sollten wir darauf achten, viel Frisches und Vollwertiges zu essen.

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Wenn Sie unter Rückenschmerzen leiden, deren Ursache Sie nicht klar einordnen können, sollten sie einen Arzt aufsuchen. Dies gilt vor allem auch dann, wenn Sie ein heftiges Stechen oder eine Lähmung in der betroffenen Region wahrnehmen, oder wenn dumpfe Begleitschmerzen auftreten, die in andere Körperregionen ausstrahlen. Eine gründliche neurologische Untersuchung und radiologische Bilder aus dem Computer- oder Kernspintomografen sind sehr wichtig für die Diagnostik. Auf Basis der Diagnose wird der Arzt mit Ihnen gemeinsam eine geeignete Therapie entwickeln.