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Gefahr durch Zecken:

Borreliose &

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Gesundheitsblog Mai 2019

Gefahr durch Zecken: Borreliose & Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Die wärmeren Tage und schönes Wetter genießen wir gerne in der Natur. Aber Achtung, denn auf Sträuchern und Gräsern lauern möglicher Weise Zecken, die für den Menschen gefährliche Krankheitserreger übertragen können – allen voran Borrelien, eine Bakterienart, die Borreliose auslöst. Am weitesten verbreitet ist die sogenannte Lyme-Borreliose, die sehr viele Gesichter haben kann. Das Spektrum reicht von beschwerdefreien Infektionen über Haut-, Gelenk- oder Herzentzündungen bis hin zu akuten und chronischen Erkrankungen des Nervensystems. Ob und zu welchen Krankheitserscheinungen es kommt, hängt von der Abwehrreaktion des Betroffenen und von der Art der Borrelien ab.

Von der Lyme-Borreliose zu unterscheiden ist die deutlich seltener auftretende Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die ebenfalls durch Zecken übertragen werden kann. Dabei handelt es sich um eine durch ein Virus hervorgerufene Hirnhaut- oder Hirnentzündung.

Woran Sie eine Infektion erkennen können

Ein typisches Anzeichen für eine Lyme-Borreliose ist die Wanderröte, eine ringförmige Hautrötung, die sich um den Zeckenstich herum bildet und über mehrere Zentimeter ausdehnt, innen hell und zum Rand hin dunkler werdend ist. Unspezifische Beschwerden, die in Zusammenhang mit einer Borreliose auftreten können, sind Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, besonders bei Erwachsenen außerdem brennende Nervenschmerzen. Ebenso sind entzündliche Nervenreizungen, Taubheitsgefühle, Seh- oder Hörstörungen möglich. Bei Kindern entwickelt sich häufig eine Hirnhautentzündung. Besonders heimtückisch: Bleibt eine Borreliose unbehandelt, können die Bakterien über einen langen Zeitraum unbemerkt im menschlichen Körper überleben und erst Monate oder Jahre nach der Infektion eine Erkrankung verursachen.

Bei einer Infektion mit FSME-Viren bleiben Krankheitszeichen bei den meisten Betroffenen aus oder klingen nach kurzer Zeit wieder ab. In den Fällen, in denen die Krankheit ausbricht, sind zwei verschiedene Krankheitsphasen charakteristisch: In der ersten leiden Patienten zunächst an grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und allgemeinem Unwohlsein. Diese Anzeichen führen oftmals dazu, dass die Beschwerden nicht mit einem Zeckenstich in Verbindung gebracht werden. In manchen Fällen folgt eine zweite Krankheitsphase, in der es zu einer Gehirn- oder Hirnhautentzündung kommen kann und deren Symptome unter anderem Fieber, Übelkeit und Erbrechen oder Ausfälle des Nervensystems sind. Bei schweren Verläufen kann FSME bleibende Schäden hinterlassen. So zum Beispiel Lähmungen unterschiedlicher Art, Schluck- oder Sprechstörungen, Gleichgewichtsstörungen und epileptische Anfälle.

Wie stellt der Arzt fest, ob man mit Borreliose oder FSME infiziert ist?

Um eine Borreliose oder FSME diagnostizieren zu können, ist es für den Arzt wichtig zu wissen, ob ein Zeckenstich erfolgt ist. Da die Krankheitsanzeichen oftmals aber erst nach ein paar Wochen, Monaten oder sogar Jahren auftreten können, ist die Feststellung eines direkten Zusammenhangs für Patienten oft schwierig. Für die Diagnostik ist daher die Information hilfreich, ob zumindest die Möglichkeit des Kontakts zu Zecken bestand, zum Beispiel durch Waldspaziergänge, Wanderungen, Gartenarbeit oder Jogging über Wiesen und Felder. Eine Borreliose muss dann in Erwägung gezogen werden, wenn zusätzlich typische, spezifische Anzeichen wie die Wanderröte und/oder allgemeine Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Müdigkeit oder Unwohlsein vorliegen.

Besteht der Verdacht einer FSME-Infektion, so geben die Symptome der Patienten und eine Untersuchung des Blutes zur Feststellung von FSME-Antikörpern oder auch der Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit bei neurologischen Beschwerden Aufschluss. In manchen Fällen kann eine bildgebende Untersuchung, zum Beispiel eine Computer- oder eine Kernspintomografie, von Gehirn und Rückenmark die Diagnostik unterstützen.

Behandlungsmöglichkeiten: Beschwerden lindern & Spätfolgen verhindern

Bei einer Erkrankung an Borreliose erfolgt die Behandlung meist durch die Gabe von Antibiotika in Tablettenform oder als Infusion, da diese den bakteriellen Infekt im Körper gut bekämpfen können. Art und Dauer der Therapie hängen vom jeweiligen Krankheitsstadium ab. Eine Einnahme von Antibiotika nach einem Zeckenstich, um möglichen Erkrankungen vorzubeugen, wird nicht empfohlen.

Die Therapie bei einer Frühsommer-Meningoenzephalitis zielt auf die Linderung und Heilung der individuellen Beschwerden ab. Denn eine spezielle Behandlung gegen das Virus selbst steht nicht zur Verfügung. Bei einem leichten Verlauf oder in der ersten Krankheitsphase, sollten Patienten Bettruhe halten, bis die Symptome abklingen. In besonders schweren Fällen kann ein Krankenhausaufenthalt nötig sein.

 

 

 

 

 

 

Tipps, sich vor Borreliose und FSME zu schützen

Da eine Impfung gegen Borreliose derzeit nicht möglich ist, sollten Sie sich bestmöglich gegen einen Zeckenstich zu schützen. Wir haben Ihnen einige Tipps zusammengestellt:

  • Tragen Sie bei Aktivitäten im Wald und auf Wiesen geschlossene Schuhe, lange Hosen und langärmlige Oberteile. Helle Kleidung hilft dabei die Zecken zu entdecken.
  • Zusätzlich kann es helfen, sich mit einem insekten-/zeckenabweisenden Mittel einzusprühen. Jedoch bieten sie nie einen vollständigen Schutz und sind in ihrer Wirkung zeitlich begrenzt, weswegen sie nur als zusätzlicher Schutz verwendet werden sollten.
  • Bleiben Sie, wenn möglich, auf festen Wegen und vermeiden Sie den Kontakt mit bodennahen Pflanzen sowie Wildtieren.
  • Auch wenn Sie vorgebeugt haben: Suchen Sie nach dem Aufenthalt in der Natur Ihren Körper nach Zecken ab. Da die kleinen Tierchen sich besonders gern an warmen und gut durchbluteten Orten aufhalten, ist es besonders wichtig, am Kopf, hinter den Ohren, den Leisten, in den Kniekehlen und unter den Achseln nach Zecken zu schauen.
  • Falls Sie doch eine Zecke entdecken, sollte diese sofort entfernt werden, am besten mit einer speziellen Zeckenzange oder einer Zeckenkarte. Haben Sie die Zecke erfasst, ziehen Sie sie vorsichtig, langsam und gerade aus dem Wirt heraus. Um zu vermeiden, dass der Stachel oder die Mundwerkzeuge im Wirt stecken bleiben, sollten Sie die Zecke so nah wie möglich an der Einstichstelle und somit an den Mundwerkzeugen zu fassen bekommen. Im Anschluss sollten Sie die Einstichstelle mit Wunddesinfektionsmittel sorgfältig reinigen.

Übrigens: Im Gegensatz zu Borreliose, kann man sich gegen FSME impfen lassen. Ob dies sinnvoll ist – zum Beispiel, weil Sie demnächst in ein „Risikogebiet“ reisen – sollten Sie vorab mit Ihrem Arzt besprechen.