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Wissenswertes

rund ums Fasten

Gesundheitsblog Juni 2018

Wissenswertes rund ums Fasten

Fasten hat eine uralte Tradition als Bestandteil aller Weltreligionen. Die religiös motivierte Zeit der Enthaltsamkeit dient unter anderem der Konzentration auf den Glauben, der Reinigung von Geist und Körper, der Buße oder auch der Vorbereitung auf Festtage. Inzwischen findet Fasten längst nicht mehr ausschließlich in religiösem Kontext statt, sondern hat sich als Naturheilverfahren zur unterstützenden Behandlung verschiedener Krankheiten etabliert.

Achtung: Häufig wird Fasten genutzt um abzunehmen. Hier ist Vorsicht geboten. Zwar ist Gewichtsverlust ein Nebeneffekt so gut wie jeder gängigen Fastenmethode. Um jedoch nachhaltig Gewicht zu reduzieren und zu halten, ist es dringend erforderlich, die Essgewohnheiten grundsätzlich zu überprüfen und ggfs. die Ernährung nachhaltig umzustellen. Ansonsten kommt es zum gefürchteten Jojo-Effekt und die Pfunde, die beim Fasten gepurzelt sind, finden sich schnell wieder auf den Hüften.

Gängige Methoden des Fastens
Es gibt zahlreiche Methoden des Fastens, bei denen für einen bestimmten Zeitraum vollständig auf feste Nahrung oder auf bestimmte Lebens- oder Genussmittel verzichtet wird. Wirksamkeit und Heilkraft werden dabei von Experten zum Teil sehr kontrovers diskutiert. Sie sollten deshalb auf jeden Fall Rücksprache mit Ihrem Hausarzt halten, bevor Sie sich für eine Fastenkur entscheiden. Vor allem auch, da es einige Krankheitsbilder gibt, bei denen Fasten gar nicht oder nur unter fachlicher Aufsicht geeignet ist und ein ernsthaftes gesundheitliches Risiko darstellen kann. Dazu gehören unter anderem Depressionen, Essstörungen, Krebs oder Schilddrüsenerkrankungen. Auch sollten Schwangere und Kinder nicht fasten.

Im Folgenden stellen wir Ihnen einige gängige Fasten-Methoden vor.

Heilfasten nach Buchinger
Beim klassischen Heilfasten nach Buchinger, das auf den deutschen Arzt Otto Buchinger (1878-1966) zurückgeht, wird vollständig auf feste Nahrung verzichtet. Nach einer Entlastungsphase mit leichter Schonkost und anschließender Darmentleerung folgt die eigentliche Fastenphase, die ein bis zwei Wochen dauert. In dieser Zeit wird ausschließlich Flüssigkeit in Form von Brühe, Säften und Kräutertees zugeführt. Die folgenden Aufbautage dienen idealer Weise einer nachhaltigen Optimierung des Ernährungsverhaltens.

Unter ärztlicher Betreuung soll das Heilfasten zum Beispiel für Menschen geeignet sein, die von Adipositas, Rheuma oder Bluthochdruck betroffen sind. Gesunde Erwachsene können diese Form des Fastens für einen kurzen Zeitraum auch zuhause durchführen.

Schrothkur
Eine Schrothkur ist ein Naturheilverfahren, das auf Johann Schroth (1798–1856) zurückgeht. Die 2-3-wöchige Fastenkur wird stationär in speziellen Kliniken unter ärztlicher Begleitung durchgeführt. Sie basiert auf einer nahezu salzfreien, kalorienreduzierten und überwiegend basischen Kost, die auf tierische Eiweiße und Fette verzichtet. Besonderes Kennzeichen der Schrothkur ist der Wechsel zwischen sogenannten Trockentagen mit geringer Flüssigkeitszufuhr und Trinktagen. Durch den rhythmischen Wechsel der Trinkmenge sollen dem Gewebe Schadstoffe entzogen werde. Diese Fastenmethode soll zum Beispiel geeignet sein bei Adipositas, Rheuma und Gicht.

Basenfasten
Das Konzept des Basenfastens wurde 1997 von der Familie Wacker als Wellness- und Entlastungskur entwickelt. Die 7-14 Tage dauernde Kur soll als Einstieg in eine gesündere Ernährung dienen und setzt während der Fastenphase ausschließlich basische Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Keimlinge und frische Kräuter auf den Ernährungsplan. Auf tierisches Eiweiß und Getreide wird vollkommen verzichtet. Basenfasten kann grundsätzlich von jedem gesunden Erwachsenen durchgeführt werden. Es soll außerdem geeignet sein bei: chronischen Erkrankungen wie u.a. Rheuma, Fibromyalgie, Asthma, Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Morbus Crohn und Neurodermitis.

Mayr Kur
Die Fastenmethode nach Franz-Xaver Mayr ist ein Naturheilverfahren, das davon ausgeht, das viele klassische Zivilisationskrankheiten durch Verdauungsschäden verursacht werden. Die Mayr Kur zielt deshalb in erster Linie darauf ab, das körperliche und seelische Wohlbefinden durch eine Darmsanierung zu fördern. Dies erfolgt in drei Phasen: Einer 7-14-tägigen Teefasten-Phase, in der vollständig auf feste Nahrung verzichtet wird, einer folgenden zwei- bis vierwöchige Semmel-Milch-Kur und einer abschließenden Ableitungsdiät mit Schonkost. Verschiedene Bauchbehandlungen, z.B. Massagen, unterstützen bei der Ausscheidung von Giftstoffen. Die Mayr Kur soll geeignet sein bei: Erschöpfungszuständen, Magen- und Darmstörungen, Verdauungsstörungen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, verschiedenen Stoffwechselerkrankungen, Herzkreislauferkrankungen und Bluthochdruck, Allergien und Rheuma.

Intervallfasten
Beim Intervallfasten, auch intermittierendes Fasten genannt, geht es anders als bei den vorangegangenen Fastenmethoden vorrangig um nachhaltige Gewichtsreduktion. Die Methode basiert auf dem Wechsel von Fastenphasen mit Phasen normaler Nahrungsaufnahme. Am bekanntesten sind das 5:2- und das 8:16-Fasten. Bei der 5:2-Methode essen Sie an fünf Tagen in der Woche wie gewohnt, aber kalorienbewusst. An zwei Tagen wird gefastet. Bei der 8:16-Methode lässt man eine Mahlzeit am Tag ausfallen: Innerhalb von 8 Stunden darf gegessen werden, 16 Stunden am Stück (inkl. Schlafenszeit) wird gefastet. Wenn Sie also beispielsweise Ihre letzte Mahlzeit vor 17 Uhr zu sich nehmen, können Sie um 9 Uhr am nächsten Morgen frühstücken.