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(K)eine haarige

Angelegenheit: Wenn sich

unser Haupt lichtet

Gesundheitsblog September 2019

(K)eine haarige Angelegenheit:

Wenn sich unser Haupt lichtet

Volles, glänzendes, gepflegtes Haar symbolisiert Jugend, Schönheit, Vitalität und Gesundheit, außerdem ist es Spiegel unserer Persönlichkeit. Von Messy-Bun, Mittel- oder Seitenscheitel und Pferdeschwanz, hin zu Vokuhila oder klassisch kurz – sitzt die Frisur, fühlen wir uns attraktiv und wohl. Wenn das Haar jedoch licht und dünn wird oder sich sogar kahle Stellen auf unserem Kopf blicken lassen, wird das oftmals mit Krankheit und Alter verbunden und stellt unser Selbstwertgefühl auf eine harte Probe. Denn Haarausfall ist nicht nur ein optisches Problem, sondern belastet die Betroffenen häufig vor allem psychisch.

Ein Haarverlust von bis zu 100 Haaren täglich ist völlig normal und kein Grund zur Sorge, jeden Tag wachsen auch neue wieder nach. Wenn Sie jedoch bemerken, dass Sie über einen längeren Zeitraum täglich mehr als 100 Haare verlieren oder sogar ungewöhnlich große Haarbüschel in der Bürste oder auf dem Kopfkissen finden, sollten Sie der Ursache auf den Grund gehen – wenn nötig mit ärztlicher Unterstützung.

 

Welche Formen von Haarausfall gibt es?

Medizinisch werden je nach Ursache drei Hauptformen von Haarausfall, auch Alopezie genannt, unterschieden: erblich bedingt (androgenetische Alopezie), kreisrund (Alopecia areata) und diffus (diffuse, symptomatische Alopezie).

Erblich bedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie)

Bei 95 von 100 Betroffenen ist der Haarausfall erblich bedingt und damit sowohl bei Männern als auch bei Frauen die am häufigsten auftretende Form. Die androgenetische Alopezie macht sich in vielen Fällen bereits in jüngeren Jahren bemerkbar – denn die ersten Anzeichen zeigen sich üblicherweise schon im Kindes- oder Teenageralter. Bei Frauen tritt sie oft erst nach der Menopause auf, wobei die Haare zunächst stark am Scheitel lichter werden und eine bis zu 3cm breite ‚Schneise‘ entstehen lassen können. Bei Männern dünnen die Haare im Verlauf der Jahre zunächst vorn an der Haarlinie aus wodurch die so genannten Geheimratsecken entstehen, dann am Oberkopf, bis hin zum Hinterkopf. Dabei ist jedoch nicht nur die genetische Veranlagung der Grund für den Haarverlust, auch das zunehmende Alter sowie eine Überempfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber dem männlichen Hormon Testosteron spielen eine wesentliche Rolle.

Androgenetische Alopezie ist nicht heilbar, jedoch kann man mit speziellen Mitteln aus der Apotheke etwas tun, um den Haarausfall zu verlangsamen und das Wachstum anzuregen. Optimaler Weise sollte man mit der Behandlung so früh wie möglich beginnen, um einen größtmöglichen Erfolg zu erzielen, da es bei einer ausgeprägten Glatze nahezu unmöglich ist, neue Haare wachsen zu lassen. Bei Frauen kann eine Hormonbehandlung unterstützen, dem Haarausfall entgegenzuwirken. Ist er weit fortgeschritten, ist unabhängig vom Geschlecht eine Haarfollikeltransplantation eine mögliche Option.

Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)

Diese Form des Haarausfalls macht sich durch runde, kahle Flecken am Kopf bemerkbar, die sich im weiteren Verlauf ausbreiten. Im Gegensatz zu den anderen Alopezie-Arten wird das Haar jedoch nicht allmählich lichter, sondern fällt innerhalb eines kurzen Zeitraumes komplett aus und hinterlässt die typischen kahlen Stellen. Die Erkrankung kann bei jungen wie bei ältere Menschen auftreten, üblicher Weise am Kopf. Es können jedoch auch andere behaarte Körperstellen, wie zum Beispiel Bart, Augenbrauen und Wimpern betroffen sein, in besonders schweren Fällen sogar der gesamte Körper.

Die Ursachen für den kreisrunden Haarausfall sind bislang nicht eindeutig geklärt. Möglich ist eine Störung des Abwehrsystems, bei der körpereigene Immunzellen die Haarfollikel angreifen. Dies führt dazu, dass sie sich entzünden, das Haarwachstum zum Stillstand kommt und sie ausfallen. Weitere Ursachen können eine erblich bedingte Veranlagung oder psychisch belastende Lebensereignisse sein.

Kreisrunder Haarausfall ist bislang nicht heilbar, jedoch besteht die Möglichkeit, mit speziellen Mitteln die Entzündung der Haarwurzeln zu lindern und das Wachstum anzuregen. Häufig reguliert sich das Problem von selbst: Bei den meisten Betroffenen lässt der Haarausfall im Laufe der Zeit nach und die Haare wachsen innerhalb weniger Jahre wieder nach. Da der Verlauf schubartig ist, kann es allerdings jederzeit wieder zu einem erneuten Ausbruch kommen.

Diffuser Haarausfall (diffuse, symptomatische Alopezie)

Leidet man unter diffuser Alopezie, so fallen die Haare mehr oder weniger gleichmäßig über den Kopf verteilt aus, das Erscheinungsbild wird insgesamt lichter und mit Voranschreiten der Krankheit schimmert immer mehr die Kopfhaut durch.

Ursachen gibt es in diesem Fall gleich mehrere wie beispielsweise eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse, Diabetes, Krebserkrankungen oder auch akute Stresssituationen. Des Weiteren kann auch eine einseitige oder ungesunde Ernährung, Eisenmangel oder die Einnahme bestimmter Medikamente wie Blutdruck- oder Blutfettsenker, Antibiotika, Schmerzmittel oder Chemotherapeutika verantwortlich sein.. Darüber hinaus kommen auch hormonelle Faktoren als Ursachen in Frage, so zum Beispiel Hormonumstellungen durch Schwangerschaft, das Absetzen der Pille oder der Beginn der Wechseljahre. 

Aufgrund der Vielzahl möglicher Ursache ist es empfehlenswert einen Arzt aufzusuchen, wenn Sie die Symptome bei sich feststellen. Bei der Untersuchung werden zum einen Haarmenge, -struktur und -follikel betrachtet, zum anderen können Laborbefunde Aufschluss liefern, zum Beispeil über hormonelle Veränderungen oder einen Mangel an Nährstoffen. In den meisten Fällen bessern sich die  Symptome einer diffusen Alopezie durch die Behandlung der zugrundeliegenden Ursache, wie zum Beispiel durch das Absetzen der verursachenden bzw. begünstigenden Medikamente. Bei vielen Betroffenen beginnen die Haare durch die Behandlung innerhalb von sechs Monaten wieder zu wachsen.