Haben Sie Fragen?
030 890497600
Unser Gesundheitsblog

Unser Gesundheitsblog

Harnwegsentzündung -

Eine lästige

Entzündung, die

das ganze Jahr

Saison hat

Gesundheitsblog Juli 2018

Harnwegsentzündung - Eine lästige Entzündung, die das ganze Jahr Saison hat

Insbesondere Frauen kennen es: Im Sommer nach dem Baden zu lange in nasser Kleidung am Strand gelegen oder an kalten Tagen zu dünn angezogen – und kurze Zeit später machen sich anhaltender Harndrang und brennende Schmerzen beim Wasserlassen bemerkbar. Diese teilweise quälenden Beschwerden deuten auf eine Harnwegsinfektion hin, eine Entzündung der Harnröhre oder der Blase.  

In der Medizin wird zwischen unkomplizierten und komplizierten Harnwegsinfekten unterschieden. Im unkomplizierten Fall liegen keine Grunderkrankungen oder sonstige Risikofaktoren vor, die einen Infekt begünstigen. Hier helfen oft schon klassische Hausmittel, in manchen Fällen ist die Einnahme von Antibiotika erforderlich. Liegt jedoch eine Grunderkrankung wie Diabetes oder eine Funktionsstörung des Harntraktes vor, spricht man von einem komplizierten Harnwegsinfekt, der eine umfassendere Therapie erfordern kann.

Ursachen

Dass Frauen häufiger von Harnwegsinfekten betroffen sind als Männer, liegt in ihrer Anatomie begründet: In den meisten Fällen suchen sich die Erreger der Infektion (vor allem Bakterien) ihren Weg über die Harnröhre in den Harntrakt. Führt dies zu einer Entzündung des Gewebes in der Harnröhre oder Blase, liegt ein unterer Harnwegsinfekt vor. Da Frauen eine vergleichsweise kurze Harnröhre haben, sind sie stärker gefährdet als Männer.

Auch die Nähe des weiblichen Harnröhrenausgangs zum After begünstigt das Eindringen von Erregern, denn häufigster Auslöser sind Darmbakterien des Typs Escherichia coli. Durch falsche Hygiene nach dem Stuhlgang aber auch durch Geschlechtsverkehr können die Darmbakterien von der Anal- in die Scheidenregion bis in die Harnröhre gelangen. Geschlechtsverkehr begünstigt zudem die Ausbreitung von Erregern im Intimbereich durch die mechanische Reizung der Harnröhre und Vagina.

In seltenen Fällen wird ein Harnwegsinfekt durch ein Virus oder einen Pilz ausgelöst. Eine Verkühlung oder geschwächte Immunabwehr – etwa durch andere Krankheiten – begünstigen eine Infektion.

Harnwegsinfekte bei Männern

Beim Mann steht ein Harnwegsinfekt häufig in Zusammenhang mit Prostatabeschwerden, weshalb bei dem Verdacht auf eine Entzündung auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden sollte. So kann eine akute oder chronische Entzündung der Prostata Auslöser für eine Harnröhren- oder Blasenentzündung sein. Einen weiteren Risikofaktor, der vor allem Männer über 50 betrifft, stellt eine vergrößerte Prostata und damit verbundene Harnröhrenverengung dar. Auf Grund der Verengung kann der Urin nicht immer vollständig abfließen. Urinrückstände in der Blase bilden dann einen idealen Nährboden für Bakterien, die eine Blasenentzündung auslösen können.

Typische Symptome – und was Sie dagegen tun können

Typische Symptome für einen Harnwegsinfekt sind verstärkter bis (fast) durchgehend anhaltender Harndrang, brennende Schmerzen beim Wasserlassen und Unterleibsschmerzen. Teilweise kommt es zu Blut im Urin, in schwereren Fällen können auch Fieber und Schüttelfrost auftreten.  

In leichten Fällen können schon Hausmittel wie bestimmte Teesorten, z.B. Blasen- und Nierentee, dabei helfen, die Bakterien aus der Blase zu spülen. Während der Entzündung sollten Sie mindestens 2-3 Liter trinken und den Gang zur Toilette nicht unterdrücken, auch wenn das Wasserlassen Schmerzen bereitet. Des Weiteren sollten Sie die Nieren-Beckengegend warmhalten, indem Sie z.B. ein Heizkissen verwenden oder sich in eine warme Decke kuscheln. Durch die Wärme entspannt sich die Muskultur und die Schmerzen verringern sich. Falls Sie Fragen zu geeigneten Mitteln gegen einen Harnwegsinfekt haben, kommen Sie einfach zu uns in die Apotheke – wir helfen Ihnen gerne weiter!

Wann Sie zum Arzt gehen sollten

Im Regelfall ist ein unkomplizierter Harnwegsinfekt nach wenigen Tagen folgenlos überstanden. Je nach Art und Ursache der Infektion kann die Einnahme eines Antibiotikums erforderlich sein. Doch leider bestätigen Ausnahmen die Regel, in komplizierten Fällen können neben der Bekämpfung der Erreger weitere Therapie-Schritte erforderlich sein. In jedem Fall sollten sie einen Arzt aufsuchen, wenn:

  • die Beschwerden nach 2-3 Tagen nicht deutlich besser oder ganz verschwunden sind
  • Ihr Urin rötlich gefärbt ist
  • Sie Schwanger sind
  • Sie Diabetes haben
  • Kinder oder Männer betroffen sind
  • Fieber und/oder Schüttelfrost auftritt

Werden die Erreger nicht nachhaltig beseitigt, kann sich eine chronische Harnwegsinfektion entwickeln. Zudem besteht die Gefahr, dass sich die Infektion auf die oberen Harnwege, also Harnleiter und Nieren, ausbreitet. Die Folge kann eine gefährliche Nierenbeckenentzündung sein.

Harnwegsinfekten vorbeugen

Um einem Harnwegsinfekt vorzubeugen, empfehlen sich die folgenden Maßnahmen:

  • Trinken sie ausreichend viel – besonders nicht aromatisierten Tee oder Wasser.
  • Halten Sie nicht ein. Gehen Sie möglichst sofort auf die Toilette, wenn Sie Harndrang verspüren, um den Urin nicht unnötig lange in der Blase zu halten.
  • Entleeren Sie Ihre Blase immer vollständig.
  • Als Frau sollten Sie Ihre Blase möglichst unmittelbar nach dem Geschlechtsverkehr entleeren.
  • Wischen Sie mit dem Toilettenpapier von vorne nach hinten, also von der Scheide zum After, um zu verhindern, dass Stuhlreste oder Bakterien mit der Harnröhre in Berührung kommen.
  • Vermeiden Sie zu häufiges Waschen des Intimbereiches mit Seife. Dies führt meist dazu, dass der natürliche Säureschutzmantel der Haut austrocknet und Bakterien besser eindringen können.
  • Schützen Sie sich durch wettergerechte Kleidung vor Unterkühlung.

Wechseln Sie nach dem Baden im Meer oder Pool die nassen Badesachen gegen trockene aus. Auch bei hohen Temperaturen kühlt die Haut unter nasser oder feuchter Kleidung schnell aus und schwächt das Immunsystem. Zudem befinden sich im Wasser oft Keime und Bakterien, die eine Blasenentzündung begünstigen können.