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Osteoporose –

Wenn die Knochen an

Stabilität verlieren

Gesundheitsblog September 2019

Osteoporose – Wenn die Knochen an Stabilität verlieren

Je älter wir werden, desto mehr nimmt unsere Knochendichte ab – das ist völlig normal und eigentlich kein Grund zur Sorge. Eigentlich… Denn wenn sie sich übermäßig stark verringert spricht man von Osteoporose (Knochenschwund). Durch welche Symptome sie sich äußert, wie sie therapiert werden und was man vorbeugend unternehmen kann, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Was ist Osteoporose?

Osteoporose leitet sich von den griechischen Begriffen osteo (der Knochen) und poros (die Pore, das Loch) ab. Bedeutet also übersetzt "poröser Knochen". Ausgelöst wird sie durch eine Störung des Knochenstoffwechsels, die bewirkt, dass immer mehr Knochengewebe abgebaut und/oder der Knochenaufbau gehemmt wird, diese dadurch an Stabilität verlieren, weniger belastbar werden und leichter brechen können – und das schon beim Stolpern oder leichten Stürzen.

Symptome

Eine Osteoporose entwickelt sich sehr langsam und schleichend – genau das macht es so schwer, sie zu bemerken. In manchen Fällen kann es sogar 10 Jahre und länger dauern, bis merkliche Anzeichen wie meist starke, anhaltende Rückenschmerzen oder ein Knochenbruch ohne erkennbare Ursache auftreten. Sichtbare Symptome von fortgeschrittenem Knochenschwund sind zum Beispiel eine gebückte Haltung oder ein zunehmender Rundrücken, der sogenannte „Witwenbuckel“  sowie eine abnehmende Körpergröße, da die Wirbelsäule leicht einsackt. Ursache hierfür sind kleine Brüche der Wirbelkörper, die sich unbemerkt entwickeln können und starke, manchmal auch chronisch werdende, Schmerzen verursachen. Daneben können auch die Handgelenke, Rippen, Oberarmknochen, das Becken und die Hüfte von Brüchen betroffen sein. Vor allem für ältere Menschen ist das problematisch, da ein Bruch im Alter schlechter ausheilt und schwerere Folgen haben kann als für jüngere.

Ursachen

Medizinisch werden zwei Formen des Knochenschwundes unterschieden. Die primäre Osteoporose tritt bei beiden Geschlechtern im höheren Alter sowie bei Frauen nach den Wechseljahren (bedingt durch Östrogenmagel) auf. Östrogen hat unter anderem die Aufgabe, die Knochen zu schützen und deren Abbau zu verhindern. Da der weibliche Körper nach den Wechseljahren weniger Östrogen bildet, ist das Risiko für Osteoporose erhöht.

Die sekundäre Osteoporose ensteht als Folge von anderen Erkrankungen wie einer entzündlich rheumatischen Erkrankung (z.B. rheumatoide Arthritis), Magen-Darm-Erkrankungen (z. B. Morbus Crohn) oder Typ-1-Diabetes. Sie kann auch durch Medikamente ausgelöst werden, zum Beispiel durch Kortison, Antidepressiva oder Hormonblocker zur Krebstherapie. Darüber hinaus sind Rauchen, Bewegungsmangel und schlechte Ernährungsgewohnheiten Risikofaktoren.

Behandlung

Osteoporose ist bislang nicht heilbar. Umso wichtiger ist eine frühzeitige Diagnose und Behandlung, um einem Fortschreiten des Knochenschwundes vorzubeugen und die Krankheit langsamer und unkomplizierter verlaufen zu lassen. Zunehmende Schmerzen, zum Beispiel im Rücken, und gehäufte Knochenbrüche können so in der Regel vermieden werden – dies ist vor allem das Ziel der Therapie. Für Patienten ist es zudem besonders wichtig, die Krankheit regelmäßig vom Arzt kontrollieren lassen, um mögliche Verschlimmerungen sofort erkennen zu können.

Wie genau behandelt wird, hängt von der Ursache der Erkrankung und den Beschwerden sowie der körperlichen Verfassung des Patienten ab. Maßnahmen wie ausreichend Bewegung, zum Beispiel Sport und Krankengymnastik, eine Umstellung der Ernährung sowie die unterstützende Einnahme von Kalzium- und Vitamin D- Präparaten können dazu beitragen, dass sich die Erkrankung nicht verschlimmert. Auch spezielle Medikamente wie Bisphosphonate wirken dem Knochenabbau gezielt entgegen und sorgen dafür, dass die noch vorhandene Knochenmasse gestärkt wird. Bei sekundärer Osteoporose ist es zusätzlich wichtig, die Grunderkrankung der Patienten zu behandeln. Bestehen bereits Knochenbrüche, so werden diese eventuell operiert und die einhergehenden Schmerzen mit Schmerzmitteln therapiert.

Was kann ich selbst tun?

Auch wenn eine Osteoporose nicht heilbar ist, kann man selbst viel dafür tun, dass die Knochen stabil bleiben. Bewegung und Ernährung sind hier das A und O! Wenn man körperlich aktiv ist, beispielsweise regelmäßig Joggen, Walken oder Schwimmen geht oder leichtes Krafttrainung macht, werden Knochen und Muskeln gestärkt und der Gleichgewichtssinn verbessert. Das schützt vor Stürzen, der Hauptursache für Knochenbrüche im Alter. Bei der Ernährung sollten Sie viele Lebensmittel zu sich nehmen, die Kalzium und Vitamin D enthalten, und Über- oder Untergewicht vermeiden. Darüber hinaus sollte auf Rauchen und auf Alkohol verzichtet werden.

Darüber hinaus ist es wichtig, alle nötigen Vorkehrungen zu treffen, um die Sturzgefahr und somit die Gefahr für Knochenbrüche zu minimieren. In der eigenen Wohnung sollten Stolperfallen wie lose Teppiche entfernt, außerdem für eine gute Beleuchtung gesorgt werden. Damit sich Betroffene auch außerhalb der Wohnung sicher bewegen können, sollte auf geeignetes Schuhwerk mit rutschfester Sohle geachtet werden. Unterstützend können gegebenenfalls Hilfsmittel, zum Beispiel Gehhilfen, vom Arzt verordnet werden. Auch regelmäßige Besuche beim Augenarzt sind wichtig, um Abhilfe zu schaffen, falls das Augenlicht nachlässt.