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Schlaganfall:

Wenn die

Schaltzentrale

plötzlich ausfällt

Gesundheitsblog Oktober 2019

Schlaganfall:

Wenn die Schaltzentrale plötzlich ausfällt

Plötzliche Sprachstörungen, einseitige Lähmungen, Sehstörungen, ein unsicherer Gang – das sind typische Symptome eines Schlaganfalls. Wer diese sogenannten Ausfallerscheinungen bei anderen oder auch sich selbst beobachtet, sollte rasch handeln und den Notruf wählen: Denn je eher und gezielter ein Schlaganfall behandelt wird, desto größer ist die Chance, bleibende Schäden zu verhindern.

Was ist ein Schlaganfall?

Bei einem Schlaganfall handelt es sich um eine plötzliche Durchblutungsstörung im Gehirn. Mediziner sprechen dann von einem Apoplex oder einer Apoplexie, während in der Umgangssprache häufig von einem Hirnschlag oder einem Hirninfarkt die Rede ist. Generell unterscheidet man zwischen zwei Schlaganfall-Grundformen, dem sogenannten ischämischen und dem selteneren hämorrhagischen Schlaganfall.

Beide Formen haben unterschiedliche Ursachen und Folgen. Gewisse Auswirkungen haben sie jedoch gemeinsam: nämlich eine blockierte oder verringerte Blutzufuhr, wodurch kein oder kaum noch Sauerstoff zum Gehirn gelangt und Hirnzellen absterben.

  1. Der ischämische Schlaganfall

Der in acht von zehn Fällen vorkommende ischämische Schlaganfall wird durch eine Mangeldurchblutung hervorgerufen, die dazu führt, dass eine oder mehrere Hirnregionen zu wenig mit Sauerstoff und Glucose versorgt werden. Ursache ist häufig ein Blutgerinnsel und/oder Plaques aufgrund von Arteriosklerose.

  1. Der hämorrhagische Schlaganfall

Ein hämorrhagischer Schlaganfall wird dagegen durch eine Hirnblutung ausgelöst, beispielsweise durch das plötzliche Platzen eines Blutgefäßes. Dabei entsteht ein Bluterguss innerhalb des Gehirns, der auf das umliegende Gewebe drückt und Hirnfunktionen stört. Diese Art des Schlaganfalls ist mit knapp 20% die deutlich seltenere Form.

Hätten Sie es gewusst?

Das Wort „ischämie“ stammt aus dem Griechischen und heißt übersetzt „zurückhalten“. Auch das Wort „hämorrhagie“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie „Austreten von Blut“.

Welche Symptome weisen auf einen Schlaganfall hin?

Die Symptome für einen Schlaganfall treten meist plötzlich auf, können in manchen Fällen aber nach einigen Minuten vollständig abklingen. Doch auch hierbei handelt es sich um einen Notfall, da die Gefahr eines weiteren Schlaganfalls mit bleibenden Schäden hoch ist. Folgende Anzeichen deuten auf einen Schlaganfall hin:

  • Sprachstörungen
  • Sehstörungen oder totaler Sehverlust
  • Lähmungserscheinungen (meist einseitig)
  • Drehschwindel
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Heftige Kopfschmerzen
  • Bewusstlosigkeit

 

Die FAST-Regel

Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute, da möglicherweise ein lebensbedrohlicher Notfall vorliegt. Daher ist es besonders wichtig, einen Schlaganfall rechtzeitig zu erkennen. Mit der sogenannten FAST-Regel lässt sich der Verdacht auf einen Schlaganfall überprüfen:

F – steht für Face (Gesicht): Bitten Sie den Betroffenen zu lächeln. Verzieht er nur eine Gesichtshälfte, ist die andere möglicherweise infolge eines Schlaganfalles gelähmt.

A – steht für Arms (Arme): Fordern Sie den Betroffenen auf, beide Arme nach vorne zu strecken und die Handflächen nach oben zu drehen. Gelingt dies nicht oder nur teilweise, könnte es sich um Lähmungserscheinungen handeln, die auf einen Schlaganfall hindeuten.

S – steht für Speech (Sprache): Spricht der Betroffene undeutlich und schafft er es nicht einen einfachen Satz nachzusprechen, könnte er eine Sprachstörung haben, die durch einen Schlaganfall ausgelöst wurde.

T – steht für Time (Zeit): Jede Minute zählt und kann unter Umständen das Leben des Betroffenen retten. Verständigen Sie deshalb umgehend den Notruf 112!

Wie behandelt man einen Schlaganfall?

In der Regel wird ein Schlaganfall-Patient sofort in eine spezielle Schlaganfallstation (Stroke Unit) gebracht, um dort optimal medizinisch versorgt zu werden. Nur in Ausnahmefällen, beispielsweise wenn die nächste Stroke Unit zu weit entfernt ist, erfolgt die Behandlung in einem nicht spezialisierten Krankenhaus.

Bei einem ischämischen Schlaganfall versucht man, das Blutgerinnsel, das den Hirnschlag ausgelöst hat, mithilfe von speziellen Medikamenten (Thrombolytika) aufzulösen. Hierdurch sollen so viele Nervenzellen wie möglich gerettet werden. Meist wird dem Patienten dazu eine Infusion verabreicht. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit das Blutgerinnsel mechanisch, mithilfe feiner Instrumente zu entfernen. Die Kombination beider Behandlungsmethoden entspricht heute dem medizinischen Standard.

Bei einem hämorrhagischen Schlaganfall wird dagegen auf Thrombolytika verzichtet, da sie die Blutung verstärken können. Ist der Bluterguss recht klein, reicht es meist aus, Aktivitäten zu meiden, die zu einem Druckanstieg im Kopf führen. Größere Hirnblutungen bedürfen hingegen einer Operation, bei der die Blutung beseitigt werden soll.

Rehabilitation nach der Behandlung

Schlaganfälle erfordern in den meisten Fällen eine langfristige Therapie. Um die Defizite wieder auszugleichen, die durch den Schlaganfall entstanden sind kann nach dem Krankenhausaufenthalt eine Anschlussheilbehandlung sinnvoll sein:

Die motorischen Störungen können mit einer Ergotherapie behandelt werden, Sprachstörungen kann ein Logopäde therapieren. Um den Umgang mit Lähmungen zu erlernen, kann gezielte Krankengymnastik erforderlich sein.

Auch die Psyche sollte nicht außer Acht gelassen werden, denn die Folgen eines Schlaganfalles können zu massiven Einschnitten im Alltag der Patienten und ihrer Angehörigen führen. Hier kann unter Umständen ein Psychotherapeut hilfreich sein.

Wie kann man einem Schlaganfall vorbeugen?

Durch einen gesunden Lebensstil können Sie dazu beitragen, ihr eigenes Schlaganfallrisiko zu minimieren:

Aber:

Zu einem gesunden Lebensstil gehört auch eine gesunde Einstellung zum Leben! Deshalb gilt: Geben Sie auf sich Acht, aber vor allem: Genießen Sie ihr Leben! Dann tragen Sie auch mental dazu bei, dass Ihre Schaltzentrale möglichst lange störungsfrei funktioniert.