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Wenn die Venen schlappmachen:

Venenschwäche frühzeitig erkennen und

richtig behandeln

 

Gesundheitsblog Juli 2019

Wenn die Venen schlappmachen: Venenschwäche frühzeitig erkennen und richtig behandeln

Endlich ist der Sommer da! Kleider, Röcke und Hosen werden kürzer und man zeigt gerne wieder Bein. Das geht aber nicht jedem so: Eine Venenschwäche kann die Sommerlust in Sommerfrust verwandeln. Denn sie bringt nicht nur müde, schwere und geschwollene Beine mit sich, vielmehr ist sie der Grund für störende Besenreiser oder Krampfadern. Was für die Betroffenen meist nur ein optisches Problem darstellt, sollte auch aus anderen Gründen sehr ernst genommen werden: Bleibt eine Venenschwäche unbehandelt, birgt sie ernsthafte gesundheitliche Risiken.

Venen sind die Blutgefäße, die sauerstoffarmes, also „verbrauchtes“ Blut aus dem Gewebe und den Organen zurück zum Herzen transportieren. Dabei werden sie von sogenannten Venenklappen unterstützt, die ähnlich einem Ventil verhindern, dass hochgepumptes Blut wieder zurückfließen kann.

Bei einer Venenschwäche ist der Transport des Blutes hingegen beeinträchtigt, weil die Venenklappen nicht mehr korrekt schließen. Dadurch staut sich das Blut zunehmend, was sich vor allem in den Beinen bemerkbar macht. Im Laufe der Zeit gibt die Venenwand dem Druck, den das abgesackte Blut ausübt, immer mehr nach und weitet sich, sie leiert regelrecht aus. Im tieferen Venensystem ist das von außen nicht sichtbar, an der Hautoberfläche machen sich die Folgen einer Venenschwäche jedoch optisch, durch Besenreiser oder Krampfadern, bemerkbar.

Wie erkennt man eine Venenschwäche?

Eine Venenschwäche entwickelt sich in den meisten Fällen stetig, aber schleichend, weshalb die Betroffenen den Beginn fast nie bemerken. Mögliche Hinweise sind:

  • Schweregefühl, Schwellungen und Schmerzen in den Beinen - vor allem am Ende des Tages und verstärkt in den warmen Sommermonaten, da sich die Blutgefäße durch die Wärme noch zusätzlich erweitern können.
  • Wasseransammlungen, sogenannte Stauungsödeme, im Bereich der Knöchel und Waden, die sich - je nach Ausprägung - auch nachts nicht mehr zurückbilden.
  • Feine, spinnennetzartige Venenzeichnungen, im Volksmund auch als Besenreiser bekannt, die rötlich bis bläulich gefärbt sein können und meist an der Seite oder Rückseite der Oberschenkel auftreten.
  • Krampfadern, die je nach Schweregrad vorgewölbt, verdickt, geschlängelt und / oder bläulich gefärbt auftreten - meist im Bereich der Waden, Kniekehlen und Unterschenkel.
  • Hautverfärbungen, vor allem im Knöchelbereich, hervorgerufen durch Einblutungen der Kapillaren (hauchdünne, fein verzweigte Blutgefäße).
  • Trockene, schuppige und juckende Hautbereiche – je nach Schweregrad sogar offene Hautstellen.

 

Was sind die Ursachen für eine Venenschwäche?

Die Ursachen einer Venenschwäche sind recht vielfältig, wobei eine entsprechende genetische Veranlagung sehr häufig ist. Meist sind mehrere Familienmitglieder von einem Venenleiden betroffen, Frauen im Übrigen deutlich öfter als Männer. Das liegt unter anderem an stärkeren Veränderungen im Hormonhaushalt, beispielsweise durch Schwangerschaften und Wechseljahre. Darüber hinaus steigt das Risiko mit zunehmendem Alter: Jahrzehnte der Belastung hinterlassen auch bei Venen ihre Spuren. Zusätzlich spielt der Lebenswandel eine Rolle: Vor allem Übergewicht und Bewegungsmangel zählen dazu, aber auch Rauchen und das Tragen zu enger Kleidung.  Zudem fördern Tätigkeiten, in denen man besonders viel sitzen oder stehen muss, eine Venenschwäche. Das liegt daran, dass langes Stehen zu einer Überlastung der Venenklappen führen kann, wohingegen langes Sitzen einen Blutstau begünstigt.

Übrigens:

Besenreiser und insbesondere Krampfadern stellen nicht nur ein kosmetisches Problem dar: Aus einer anfänglich kleinen Venenschwäche kann sich ohne Behandlung eine chronische Venenerkrankung entwickeln. Diese sogenannte chronisch venöse Insuffizienz (CVI) verläuft in mehreren Stadien. Hat die Krankheit ein fortgeschrittenes Stadium erreicht, kommt es in den Beinen zu starken Verfärbungen der Haut, Gewebeverhärtungen und Wassereinlagerungen sowie Krampfadern und / oder offenen Geschwüren.

 

Wie kann man eine Venenschwäche behandeln?

Welche Therapie der Arzt empfiehlt, hängt von den Beschwerden ab. Oberstes Ziel ist es, die Venenklappen zu unterstützen, damit sie wieder besser schließen können. Kompressionsstrümpfe gelten dabei als Mittel der ersten Wahl, denn sie unterstützen die Muskelpumpe. Durch den Druck der feinmaschigen Kompressionsstrümpfe werden die erweiterten Gefäße auf ein Drittel bis ein Fünftel ihres Durchmessers zusammengepresst, was wiederum den Übertritt von Flüssigkeit aus den Venen bremst. Dadurch werden Ödeme ausgeschwemmt und Schwellungen gehen zurück.

Die Kompressionstherapie lässt sich sinnvoll durch pflanzliche Arzneimittel ergänzen. Dabei haben sich sowohl Präparate mit einem Extrakt aus Rotem Weinlaub bewährt, als auch Präparate mit Rosskastaniensamen oder einem Trockenextrakt des Mäusedornwurzelstocks. Bei ausgeprägten Symptomen, beispielsweise starken Ödemen, können verschreibungspflichtige, entwässernde Medikamente unterstützen. Trockene Hautpartien oder gar offene Ekzeme werden mit feuchtigkeitsspendenden, entzündungshemmenden Lotionen oder Salben behandelt.

Reichen diese Maßnahmen nicht aus, und sind Venenbereiche zu stark geschwächt, kann ein operativer Eingriff vonnöten sein. Dabei wird entweder die defekte Venenklappe „repariert“ und / oder Krampfadern gezielt ausgeschaltet. Der behandelnde Arzt, bestenfalls ein Venenspezialist, wird unter Berücksichtigung aller Risiken und Heilungschancen eine geeignete Therapie empfehlen.

Was kann ich selbst tun?

Durch das Einhalten von ein paar Regeln, können Sie ihre Venen aktiv unterstützten:

  • Reduzieren Sie Übergewicht
  • Vermeiden Sie Nikotinkonsum
  • Treiben Sie regelmäßig Sport und unterstützen Sie dadurch ihre Beinmuskulatur
  • Lässt sich langes Stehen oder Sitzen nicht vermeiden, bewegen Sie zumindest von Zeit zu Zeit aktiv die Füße
  • Duschen Sie die Beine regelmäßig kalt ab – das trainiert sowohl das Herz-Kreislaufsystem als auch unsere Venen
  • Vermeiden Sie übermäßige Wärme wie ausgedehnte Sonnen- oder Wannenbäder und Saunagänge

 

Zu guter Letzt:

Eine Venenschwäche ist leider nicht heilbar. Wird sie aber frühzeitig und konsequent behandelt, lässt sich ein Fortschreiten der Erkrankung aufhalten oder zumindest stark verlangsamen. Wenn Sie Fragen dazu haben, kommen Sie gern zu einer Beratung zu uns in die Apotheke!