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Zecken – die etwas
anderen Vampire

Gesundheitsblog Mai 2018

Zecken – die etwas anderen Vampire

Die Zecke ist ein Parasit, der überall auf der Welt vorkommt und sich vom Blut anderer Lebewesen ernährt. Menschen sind dabei als Wirt ebenso willkommen wie zum Beispiel Hunde, Rehe oder sonstige Wirbeltiere. Der Blutverlust und der Zeckenstich als solche sind grundsätzlich für den jeweiligen Wirt harmlos. Die Gefahr, die von Zecken ausgeht, liegt vielmehr in der Übertragung gefährlicher Krankheitserreger.

Zecken lauern bevorzugt auf hohen Gräsern, Farnen, Sträuchern oder niedrigen Ästen. Streift sie ein passender Wirt im Vorbeigehen, setzen sie sich an Schuhen, Kleidung, Fell oder direkt an der Haut fest. Auf dem Wirt angekommen, krabbeln sie solange herum, bis sie eine warme und gut durchblutete Stelle ausfindig gemacht haben. Kniebeuge, Achselhöhle, Bauchnabel und Haaransatz sind ebenso wie der Genitalbereich Körperstellen, an denen eine Zecke gern zusticht.

Wurde eine passende Stelle zum Zustechen gefunden, ritzt sie mit ihrem scherenartigen Mundwerkzeug zunächst die Haut ihres Wirts an. Anschließend gräbt sie ihren mit Widerhaken versehenen Stechrüssel in die Einstichstelle. Beim Einstechen gibt die Zecke Speichel ab, der betäubend, desinfizierend und gerinnungshemmend wirkt. So verhindert sie, dass ihr Wirt sie aufgrund von Juckreiz oder Schmerz bemerkt und kann in aller Ruhe Blut saugen, oftmals tagelang.

Gefahren durch Zecken

Gefahren durch Zecken

Zecken tragen diverse Krankheitserreger in sich, die während der Mahlzeit durch den Speichel der Zecke auf den Wirt übertragen werden können. Die Übertragungszeit reicht – in Abhängigkeit davon, ob sich die Erreger bereits im Speichel oder noch im Zeckenkörper befinden – von wenigen Minuten bis mehreren Tagen nach dem Stich. Hat man eine Zecke entdeckt, sollte diese daher so schnell wie möglich entfernt werden, um die Gefahr einer Übertragung so gering wie möglich zu halten.

Zu den bekanntesten Krankheiten, die durch einen Zeckenstich hervorgerufen werden können, zählt zum einen Borreliose: Eine tückische Infektionskrankheit, die in ihrem Verlauf verschiedenste Symptome aufweisen und teilweise erst Jahre nach der eigentlichen Infektion ausbrechen kann. Zum anderen besteht die Gefahr der Erkrankung an Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), einer Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute. Es gibt eingeschränkte Möglichkeiten sich durch eine Impfung zu schützen. Bitte wenden Sie sich hierzu an Ihren Arzt.

Wie Sie es der Zecke möglichst schwer machen, Sie zu stechen

Wenn Sie sich in Regionen aufhalten, in denen Zecken vorkommen, können die folgenden Maßnahmen zum Schutz beitragen:

  • Meiden Sie hohes Gras und Sträucher.
  • Tragen Sie möglichst hochgeschlossene Schuhe.
  • Tragen Sie langärmelige Oberteile und Hosen.
  • Stecken Sie – falls möglich – die Hosenbeine in die Socken.
  • Tragen Sie möglichst helle Kleidung, um Zecken besser erkennen zu können. Da Zecken im nicht vollgesogenen Zustand nur 1-2 mm und im noch nicht voll entwickeltem Stadium sogar nur 0,5 mm groß sind, ist ihr waches Auge gefragt.
  • Manche Insektenschutzmittel halten auch Zecken für ein paar Stunden fern. Kommen Sie zu uns in die Apotheke – wir beraten Sie gerne!

Zeckenentfernung – was ist falsch, was ist richtig?

Zeckenentfernung – was ist falsch, was ist richtig?

Das sollten Sie vermeiden:

  • Gießen oder sprühen Sie keine Flüssigkeiten wie Alkohol, Öl oder Insektenspray über die angedockte Zecke. Lange Zeit hieß es, dass man die Zecke auf diese Weise töten und dann vom Wirt entfernen soll. Heute weiß man, dass die Zecke sich im Todeskampf häufig übergibt, wodurch das Infektionsrisiko steigt.
  • Versuchen Sie möglichst nicht, die Zecke mit den Fingern zu entfernen. Sie erreichen dadurch meist nur, dass Sie die Zecke quetschen und erregerhaltige Körperflüssigkeit aus dem Zeckenleib in die Einstichstelle gelangt.
  • Zecken lassen sich nicht aus der Haut drehen. Ganz im Gegenteil: Drehen versetzt die Zecke in Stress und fördert die Speichelabgabe und damit die Erregerübertragung. Zudem besteht die Gefahr, dass der Stachel und/oder die Mundwerkzeuge in der Haut des Wirts stecken bleiben und sich die Einstichstelle entzündet.


Am besten entfernt man eine Zecke mit einer speziellen Zeckenzange oder einer Zeckenkarte. Haben Sie die Zecke erfasst, ziehen Sie sie vorsichtig, langsam und gerade aus dem Wirt heraus. Um zu vermeiden, dass der Stachel oder die Mundwerkzeuge im Wirt stecken bleiben, sollten Sie die Zecke so nah wie möglich an der Einstichstelle und somit an den Mundwerkzeugen zu fassen bekommen.

Sollte die Einstichstelle nach Entfernen der Zecke anschwellen, rot werden, schmerzen, warm/heiß werden oder sollten grippeähnliche Symptome auftreten, suchen Sie bitte umgehend einen Arzt auf!


Übrigens…

… überleben Zecken in der Waschmaschine.

… können Zecken bis zu 10 Jahre ohne Nahrung überleben.

… fallen Zecken nicht von Bäumen.

… gibt es keine klassische Zeckensaison. Zecken werden ab Temperaturen von 7-9° Celsius aktiv – also auch an milden Wintertagen.