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Zucker –

Treibstoff unseres Körpers

Gesundheitsblog Oktober 2018

Zucker – Treibstoff unseres Körpers

Die meisten von uns kennen es, dieses Verlangen nach einem Stück Schokolade oder einer anderen süßen Leckerei – zum Dessert, als Belohnung in Stress-Situationen oder einfach nur mal so zwischendurch. Warum wir Süßes so gern mögen, ist nicht nachhaltig geklärt – bekannt ist allerdings, dass ein übermäßiger Verzehr schwerwiegende gesundheitliche Folgen wie Übergewicht, Diabetes oder Herz- und Leberschäden haben kann. Dabei ist Zucker in Form von Glukose (auch als Traubenzucker bekannt) gleichzeitig lebenswichtiger Treibstoff für unseren Körper – wie kann er uns dann schaden?

Zucker ist nicht gleich Zucker

Traubenzucker zählt zu einer von drei Gruppen, in die man die sogenannten Kohlenhydrate einteilt, die neben Fett der wichtigste Energielieferant für unseren Organismus sind. Kohlenhydrate bestehen aus einem oder mehreren Zuckermolekülen, je nach Länge der Molekülketten – also der Anzahl an Zuckerbauteilen, aus denen sie sich zusammensetzen – werden sie einer dieser Gruppen zugeordnet:

  • Einfachzucker: Traubenzucker und Fruchtzucker
  • Zweifachzucker: Dazu zählen Haushaltszucker, Malz- und Milchzucker.

Einfach- und Zweifachzucker verleihen übrigens Gummibärchen, Schokolade und Co. ihren süßen Geschmack.

  • Mehrfachzucker: Stärke, die vor allem in Getreide, Vollkornprodukten, Kartoffeln und Hülsenfrüchten enthalten ist.

Damit der Körper Kohlenhydrate zur Energieversorgung nutzen kann, müssen sie zunächst in Einfachzucker zerlegt werden. Als solcher gelangen sie anschließend über die Blutbahn zu den Körperzellen. Die Zuckerspaltung erfolgt durch spezielle Enzyme und beginnt bereits im Mund. Dies erklärt, warum Brot einen süßen Geschmack entwickelt, wenn man es lange kaut. Je länger die Molekülkette ist, desto länger dauert auch der Umwandlungsprozess in nutzbare Energie: So gelangt in Süßigkeiten enthaltener Zucker deutlich schneller ins Blut als Mehrfachzucker.

Die Schlüsselfunktion von Insulin

Ist der in Glukose umgewandelte Zucker im Blut angekommen, ist dies das Signal für den Körper Insulin zu produzieren, ein Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird und die Glukose aus dem Blut in die Körperzellen transportiert. Damit sorgt Insulin gleichzeitig dafür, dass unser Blutzuckerspiegel auf einem konstanten Niveau bleibt. In den Körperzellen angekommen, wird die Glukose bei Bedarf sofort in Energie umgewandelt oder so lange gespeichert, bis wieder Energiebedarf entsteht. Sind die Speicher voll, erfolgt eine Umwandlung der Kohlenhydrate in Fett.

Beim Verzehr von Süßigkeiten werden dem Organismus sehr schnell verwertbare Kohlenhydrate zur Verfügung gestellt. Der Blutzucker steigt innerhalb kürzester Zeit an, worauf der Körper mit einer hohen Insulinausschüttung reagiert, der Blutzucker sinkt daraufhin ebenso schnell wieder ab. Ein schnelles Absinken des Blutzuckers kann im Gehirn als drohender Glukosemangel registriert werden, in der Folge entsteht Heißhunger. Ein Teufelskreis, der Gewichtszunahme und gesundheitliche Schäden nach sich ziehen kann. Der aufwändige Spaltungsprozess langkettiger Kohlenhydrate, wie sie zum Beispiel in ballaststoffreichen Vollkornprodukten vorkommen, verhindert diese tückischen Insulinspitzen und ist damit der gesunde Weg, den Organismus mit Energie zu versorgen.

Guter Zucker, schlechter Zucker?

Zucker wird in verschiedensten Formen angeboten, wir haben einige Mythen unter die Lupe genommen, die sich hartnäckig halten:

Weißer Raffineriezucker vs. brauner Zucker: Keine dieser beiden Arten ist gesünder oder ungesünder als die andere. Beide enthalten die gleiche Menge an Kalorien und ein Zuviel ist schädlich für Körper und Zähne. Der Unterschied liegt hauptsächlich in der Färbung und minimal im Geschmack. Brauner Zucker ist etwas weniger behandelt als weißer und hat deswegen noch die ursprüngliche Farbe des Zuckersirups, aus dem beide Arten hergestellt wurden. Daher hat er auch seinen ganz leichten malzigen / karamellierten Geschmack.

Honig gesünder als Zucker? Honig hat mit 304kcal/100g etwas weniger Kalorien, als Raffineriezucker mit 384kcal/100g, was auf den im Honig höheren Wasseranteil zurück zu führen ist. Durch die Verwendung von Honig ist es daher möglich ein paar Kalorien zu einzusparen. Zudem hat Honig eine antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung. Jedoch gehen die meisten dieser Wirkstoffe beim Erhitzen verloren, weswegen zum Beispiel beim Kratzen im Hals lieber ein Löffel Honig pur zu sich genommen und nicht im Tee oder der heißen Milch getrunken werden sollte. Am gesündesten ist Honig zudem, wenn er naturbelassen direkt vom Imker abgefüllt wurde.

Stevia anstelle Zucker? Der aus der südamerikanischen Stevia rebaudiana Pflanze gewonnene Süßstoff zeichnet sich besonders durch die Merkmale aus, dass er keine Kalorien hat und 300 Mal süßer ist, als Zucker. Bei Verwendung von Stevia als Zuckerersatz sollte die Dosierung daher genau eingehalten werden. Auch ist der Einsatz von Stevia nicht ganz unumstritten, da der Verdacht krebserregend und erbgutschädigend zu sein, noch nicht ganz ausgeräumt ist. Der Einsatz in Lebensmitteln ist daher auf eine Obergrenze beschränkt.